Revolution in Deutschland 2018

Von 2. Dezember 2016

Revolution in Deutschland 2018. Dann, ja dann endlich kommt die Erlösung: die Erlösung von einem durch und durch korrupten, verblödeten Selbstbedienerstaat, die Erlösung von der elendigen Last der sozialen Ungleichheit und der Verfolgung der Armen durch staatliche Behörden, die Erlösung von der erdrückenden Macht raffinierter Lobbyisten und die Erlösung von einer Politik, die uns an den Rand eines atomaren Krieges mit Russland brachte und vielen Ländern dieser Welt Tote durch deutsche Soldaten bescherte. Ja: 2016 wandern wieder deutsche Soldaten durch fremde Länder und töten ihre Bewohner – soweit sind wir schon. Die Resultate aus den Erkenntnissen des zweiten Weltkrieges, dass dies nie wieder geschehen soll, sind lang vergessen, Blutdurst zieht durchs fremdbestimmte Parlament, in dem Fraktionsführer kommandieren, wann der Arm gehoben werden soll. Aber schauen wir erstmal: ist das überhaupt notwendig, so eine Revolution? Schauen wir erst mal nach.

Zum Beispiel bei der CSU. Die bläst ja jetzt wieder ins alte Angsthorn: „die Roten kommen“. Und was machen diese „Roten“? Nun – sie wollen die Sanktionen gegen Hartz IV-Empfänger lockern. Unglaublich! Und wie bezeichnet man jene Menschen, die durch die Globalisierung (also: durch die inhumane und asoziale Ausbeutungspolitik gewissenloser Kreise Wirtschaft – um das Wort mal auf Deutsch zu übersetzen) ihre Arbeit, ihre Familie, ihre Würde verloren haben: nun – als „Schmarotzer“ (siehe Erwerbslosenforum)… womit die endlich auf SPD-Niveau herabgestiegen sind. Wollen wir uns das gefallen lassen? Dass unsere armen, alten und kranken Brüder, deren größter Fehler es war, nicht schnell genug beim Staat untergekrochen zu sein, um für das Arbeitsamt Arbeitslose zu knechten und viele Papiere hin- und her zu schieben, deren Fehler es war,  zu altern oder krank zu werden, die im gnadenlosen Konkurrenzkampf jeder gegen jeden vielleicht einfach nur verloren haben, weil es ihnen an „Ellbogen“ fehlte, so gedemütigt werden? Bei den Erfahrungen, die wir in diesem Land mit dem Umgang mit „Ballastexistenzen“ gemacht haben? Jeder dritte von ihnen muss „erhebliche materielle Entbehrungen“ in Kauf nehmen – nach Definition der EU (siehe Der Westen); dazu gehört u.a. dass man seine Stromrechnung nicht bezahlen kann – oder die Heizkosten. Vernichtung durch Armut.

Vernichtung durch Armut? Das hat mir von Intellektuellen schon mal harsche Kritik eingebracht: wie kann man das denn vergleichen? Ja – das ist die bequeme Definition der Sofa-Linken: Faschismus, dass war mal in der Vergangenheit und kommt auch nie mehr wieder! So kann man gemütlich bei Kaffee und Kuchen sitzen und sich enorm wichtig machen mit überzogenen Warnungen vor „den Rechten“, an deren wirkliche Wiederkehr jedoch niemand wirklich glaubt … obwohl sie wieder Listen mit jüdischen Geschäften in Umlauf bringen – geschehen am Jahrestag der Progromnacht (siehe Spiegel). Wenn schon normale Arbeitslose erhebliche materielle Entbehrungen hinnehmen müssen – obwohl der Grundgedanke des Sozialstaates war, dass nie wieder Menschen in einem reichen, demokratischen Land nur aufgrund ihrer geringeren Ausbeutbarkeit aus dem normalen Alltagsleben herausfallen sollten, weil man damals noch genau wusste, wie das enden wird – wie wird es dann erst jenen gehen, die mit einer Million Sanktionen gequält werden – bis hin zu Strafzahlungen in Höhe von 5000 Euro (siehe n-tv). Die erheblichem Psychoterror (Verhör durch vier SA-Mitarbeiter … äh, nein: BA Mitarbeiter) ausgesetzt werden, wenn sie es wagen, sich einen Anwalt zu nehmen (siehe Gegen-Hartz)? Sie erleben etwas, was in reichsdeutschem Nazidenken die erste Stufe der Vernichtung war, jene Stufe, mit der man zig-Millionen Polen und Russen vernichten wollte und vernichtet hat: durch den kalten gnadenlosen Entzug der materiellen Lebensgrundlage. Einfach mal nachlesen, Götz Aly hat ein ganzes, dickes Buch über die „Vordenker der Vernichtung“ geschrieben, die alles andere waren als verblendete Vollidioten, die Hitler für Gott hielten: sie waren eiskalte, akademisch gebildete Bürokraten, die auch nach dem Krieg ihre Karrieren in Deutschland fortsetzen – echte Nazis waren sie ja … trotz Planung der Vernichtung – nie gewesen.

Wissen Sie, wie Aly sein Werk abschließt? Ich möchte es mal zitieren:

„Den Planern einer neuen europäischen Ordnung wurde nach dem Krieg so wenig der Prozeß gemacht, wie ihre Methoden Gegenstand von Analyse und Aufarbeitung waren. Nachhaltig aber durchaus nicht irreversibel verändert haben sich seit 1945 die äußeren Bedingungen. Die historische Konstellation, in der solche mörderischen Pläne realisierbar waren, ist hier und heute nicht gegeben. Vielleicht ist sie einmalig. Das konzeptionelle Denken aber, in dem der Massenmord zum „sinnvollen“ Mittel struktur- und entwicklungspolitischer Planungen wurde, ist nach wie vor aktuell.“ (Götz Aly, Vordenker der Vernichtung, Hoffmann und Campe, 5. Auflage 2004, Seite 492).

Das schrieb er 2004. 2005 setzten dann skrupel- und gewissenlose Kräfte innerhalb der Republik die alte Vernichtungsmaschine wieder in Gang … erstmal im Low-Level-Modus, weil man ja die faulen Arbeitslosen erziehen musste – wie schon früher die Regimegegner in Konzentrationslagern erzogen werden mussten? Wehret den Anfängen? Schon längst vergessen. Hunger wird als Waffe gegen das eigene Volk eingesetzt – und niemand schreit auf, weil man wieder alles in schöne Worte verpackt. Selbst in Dokumenten führender Nazis wurde nicht von Vernichtung durch Gas gesprochen … sondern fein von „Umsiedlung“ schwadroniert, obwohl jeder wusste, was gemeint war. Ja: einfach mal Aly lesen – die konnten fein reden, diese Nazis. Als ob sie gewusst hätten, dass der Endsieg ausbleiben wird … und eine Zeit kommen wird, wo man sagen kann, man hätte von allem nichts gewusst.

Und was ist das Ergebnis der glorrreichen Agenda 2010? Ein paar verschwiegene Tote – und eine wachsende Zahl von Unterstützungsempfängern jeder Art, inzwischen 8 Millionen … anstatt der 5 Millionen, über die man sich früher immer aufregte (siehe Spiegel). Und selbst diese Zahlen täuschen – aber wir wollten ja über Revolution reden, nicht über dämliche Arbeitsmarktpolitik … wie man – mögliche – Vernichtung durch Hunger heute nennt.

Wie toll ist eigentlich unser „Kapitalismus“? Ja – ich gehe mal davon aus, dass man hier gebildet genug ist, um zu begreifen, dass „Merkel muss weg“ eine äußerst dämliche, wahrscheinlich vom Verfassungsschutz implementierte Forderung ist, auch niemand die Demokratie weg haben will, aber gewaltige Änderungen in der Wirtschaftsordnung als unverzichtbar begreift – bevor uns die nächste, sich schon jetzt anbahnende Bankenkrise in den Ruin treibt (an der aber alle „Entscheider“ wieder vorzüglich verdienen werden) oder wir für die Benutzung unserer eigenen Autobahnen Banken und Versicherungen Maut zahlen müssen, damit die ihre fürstlichen Traumgehälter weiter zahlen können.

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft – schon im Dritten Reich an der Planung der Vernichtung beteiligt – weist schon heute darauf hin, dass die neuen Rekordsubventionen für „Wirtschaft“ eine Katastrophe sind: über 168 Milliarden pumpen wir da hinein. Kritisiert werden aber nicht die vielen Schenkungen an „die Wirtschaft“ (z.B. für die Entwicklung einer Software zum Innenausbau von Luxusyachten – siehe Spiegel), sondern Gelder für Straßen und Kranke, da bleibt man alten Konzepten treu verbunden.

Jetzt habe ich wieder so viele Worte gemacht – dabei wollten Sie doch was über Revolution lesen. Ich könnte noch mehr Gründe aufführen, die dafür sprechen … die schleichende Degeneration unsere westlichen Kinderschutzwerte durch in Kaufnahme von Kinderehen (siehe Spiegel) oder die gezielte Züchtung von Spezialmenschen durch Crispr (siehe Zeit), die den ganzen Homo Sapiens überflüssig machen werden oder noch viel mehr – doch das würde ein Buch werden. Ich hoffe, Sie akzeptieren durch die bisherigen Ausführungen, dass gewaltige Änderungen in unserem System notwendig sind? Dass die rücksichtlose Achtung der sozialen Menschenrechte in Deutschland Ziel sein muss – und der schleichende Übergang in eine neue Form der Vernichtungsgesellschaft aufgehalten werden soll – einer Gesellschaft, die 10 Prozent alles schenkt und 90 Prozent dafür schuften läßt?

Gut – jetzt zu Ihrem Traum: der Revolution.

Wir hatten ja schon ein paar in Deutschland. 1848 zum Beispiel – da gab es viel Hunger, der zum Aufstand rief. Oder November 1918 … ein kaum gefeiertes Datum, das auch kaum zu Spielfilmen inspirierte (obwohl wir mehr und mehr historische „Heldendramen“ verfilmen – über Stauffenberg zum Beispiel). Da hatte sich die deutsche Nordseeflotte geweigert, zu einem letzten Gefecht mit der überlegenen Royal Navy auszulaufen, um im Auftrag des Adels noch ein paar tausend Briten zu töten – aus Rache für den verlorenen Krieg. Da man Matrosen in schwerst bewaffneten Kriegsschiffen nicht mit Polizeigewalt bezwingen kann, wurde aus diesem Aufstand eine reichsweite Revolution …. die aber mit Hilfe der SPD (Friedrich Ebert) zerschlagen wurde: dort arbeitete man lieber mit Feudalismus und faschistischen Freikorps zusammen, die später einen Adolf Hitler gebaren.

Auch die russische Revolution kam erst in Gange, als sich bedeutende Armeeeinheiten anschlossen: Revolution heißt halt Krieg – und zwar im eigenen Lande. Äußerst unbequem, äußerst blutig, schlecht für geregelte Mahlzeiten und flächendeckenden Konsum der aktuellen Freizeitangebote. Ist echt nichts für Veganer weil: äußerst blutig für Mensch und Tier. Was treibt Revolutionen an? Ungerechtigkeit? Nein, das ist nur oberflächlich. Ungerechtigkeiten stören selten jemanden – nur wenn es ein Objekt trifft, dem man sich in Liebe verbunden fühlt, bricht jener Zorn und jene Wut aus, die zum Waffengebrauch verleitet. Liebe ist die Grundlage jeder Revolution – ein Begriff, der heute mit „Sex“ übersetzt wird – was die Liebe völlig entwaffnet: aus Liebe zu seinen Kindern, seiner Familie, seinem Dorf kann man bereit sein, sein Leben zur Rettung der anderen zu opfern – was das komplette Ende von „Sex“ bedeuten würde, weshalb es ja blöde wäre, sein Leben zu opfern. Doch kommen wir erst mal nicht zum Personal, bleiben wir bei den strategischen Grundlagen.

Hier erkennen wir, dass die Regierung Merkel der Revolution einen enscheidenden Nachteil verpasst hat: aus der Bürgerarmee Bundeswehr ist eine Privatarmee von freiwilligen Gesinnungsbrüdern geworden, die eher am rechten politischen Rand siedeln (siehe z.B Focus) – was man gerne toleriert, während man „Mahnwachen für den Frieden“ mit aller Gewalt stigmatisiert. Woher nehmen wir also die kampfbereiten Einheiten für diese Revolution? Geht auch friedlich – wie bei Gandhi, meinen Sie? Gandhi kämpfte gegen Fremde, die sowieso gerne nach Hause wollten. Und welche Gesellschaft hat er hinterlassen? Eine kampfbereite Atommacht, die mehrere brutale Kriege geführt hat. Ich weiß: das zerstört jetzt Träume, die auch ich gerne träume – aber fahren Sie mal nach Indien und schauen sich das Land an! Gut – die Briten sind weg. Aber die Ausbeuter – auch viele Deutsche – sind immer noch da.

Ich will Sie aber nicht völlig entmutigen. Denken wir uns einfach, wir hätten unsere Revolutionsarmee, mit der wir gegen Berlin marschieren können. Wissen Sie, wie lange Sie diese Armee versorgen können? Fünf Lebensmitteldienstleister haben die gesamte Versorgung des ganzen Landes in der Hand. Nein – das Land ist nicht mehr voller Felder und Nutztiere, aus denen sich die Revolutionsarmee jederzeit versorgen ließe (gäbe auch massiven Ärger mit Veganern): und wie lange man Fidel und Ché bei Aldi und Lidl einkaufen ließe, um die Truppen zu versorgen, können Sie sich selber denken. Bleiben die Flotten der Konzern-LKW´s in den Zentralen der Versorger, muss die Armee rennen, um nicht zu verhungern. Und Sprit? Ganz gefährlich – wollen Sie gar nicht wissen. Der wird ebenfalls schnell knapp, wenn nicht täglich der Nachschub läuft. Was glauben Sie, warum man davon ausgeht, dass ein nicht-atomarer Weltkrieg in Europa nach drei Tagen vorbei wäre? Ganz einfach: Sprit ist alle, Straßen zerstört, Nachschub kommt nicht mehr durch.

Und jetzt: mal Schluss mit der Träumerei. Sicher, es gäbe Möglichkeiten des Widerstandes – auch ohne Waffengewalt. Es gibt Pläne für den waffenlosen Widerstand gegen hochgerüstete Armeen, die auch im Bereich des zivilen Ungehorsams funktionieren könnten – und wir sind ja zivilisiert genug, dass wir ja auch gar keine Köpfe rollen sehen wollen. Es gibt auch Pläne für den schleichenden friedlichen Umbau des Kapitalismus zu einer kooperativen Gemeinwirtschaft im Sinne von Genossenschaften – aber welche Pläne man auch andenkt, sie haben alle ein Problem: es fehlt an Personal. Wir haben reichlich Häuptlinge, die Veränderungen durchführen könnten – dazu braucht man nicht viel. Wenn sich jene 60 Prozent der Deutschen, denen die Dominanz von Hinterzimmernetzwerken über die demokratische Politik bewusst geworden sind, sich Montag morgen in ihre Autos setzen würden und die auf den Autobahnen abstellen … dann hat man schon mal eine Diskussionsgrundlage – ohne einen einzigen Schuss. Sicher: die Bundeswehr würde mit Panzern kommen, um die lebenswichtigen Versorgungslinien wieder frei zu schaufeln … aber wenn jeder in seinem Auto sitzen bleibt, könnte man hoffen, Gespräche in Gang setzen zu können.

„Wir“ – würden ja auch nicht viel wollen. Entprivatisierung der Energieversorgung, Etablierung einer preisgerechten Grundsicherung, Löhne, von denen man leben kann, Abschaffung der Hinterzimmerpolitik, eine Marktwirtschaft, die auch dem inhabergeführten Einzelhandel wieder Überlebensfähigkeiten sichert – und die Teilhabe der Reichen an den Kosten des Landes. Volker Pispers hat mal ausgerechnet, wie billig das für Reiche wäre: gibt man allein 10 Prozent ab einem Barvermögen von 5 Millionen Euro – unsere finanzielle Staatsmisere wäre im Nu gelöst. Nur … sind diese Reichen moralisch inzwischen wieder soweit degeneriert, dass sie nur noch danach sinnen, noch mehr Geld aus den Menschen zu pressen – und zwar mit ordentlichen Steigerungsraten. Wer nicht spurt, wird sanktioniert – wie in einer mittelalterlichen Leibeigenengesellschaft, wo man Ernten kleiner Höfe niederbrannte, wenn der „Zehnte“ nicht pünktlich kam.

Hört sich schlimm an, diese Gegenwartsbeschreibung – oder? Schaut man nur auf die Prinzipien – ist es auch schlimm. Ab dem Moment, wo „Regierung“ sich anmaßt, die Hungerwaffe gegen unbotmäßige Bürger einzusetzen – nichts anderes ist Hartz IV – ist die Demokratie vorbei und wurde durch etwas anderes ersetzt … für das es noch nicht mal einen Namen gibt. Laufen diese Prinzipien so weiter, werden wir sehen, ob Moral und Ethik im Land noch in ausreichendem Maße vorhanden sind, um neue Massenvernichtungen unmöglich zu machen. Mir wäre es lieber … wir bräuchten diese Risiken nicht eingehen, ging schon mal schief.

Doch was ist nun mit der Revolution? Oder der friedlichen Evolution?

Nun – was damit ist, erklärt uns ein alter Indianer, der seinem Stamm ein paar Zweige hinhält: einzeln sind sie leicht zu brechen, doch im Bündel unzerstörbar. Kann jeder mal im Wald selbst ausprobieren. Uns jedoch … wird seit 1950 etwas anderes gepredigt: dass nur der einzelne Zweig stark und überlebensfähig ist. Ein leider verstorbener Konservativer hat versucht, uns darüber aufzuklären (siehe Jakob Augstein über Frank Schirrmacher im Spiegel):

„Im Kalten Krieg haben amerikanische Militärs und Physiker die Sowjets mit den Instrumenten der Spieltheorie in die Knie gezwungen. Als es keine Sowjets mehr gab, sind die Physiker an die Wall Street gegangen und zwingen seitdem mit ihrer Theorie die Welt in die Knie. Wir alle sind Opfer einer Ideologie des Egoismus. Sie wurde für eine Welt des Krieges entwickelt und verheert heute den Frieden. Eine Ideologie der Kälte und des Autismus. Eine Ideologie von Psychopathen für Psychopathen.“

Das geht 2016 soweit, dass die allerletzte Bastion der „Liebe“ (die man früher auch für Heimat, Kinder, Frauen, Musik, Kunst, Literatur oder Natur empfinden durfte – und nicht nur für Sex), die einfache Beziehung zwischen Junge und Mädchen gefallen ist und jetzt die unverbindliche „Nicht-Beziehung“ gelebt wird: die letzte Grenze, die aus uns ein Heer von einzelnen, „flexiblen“, isolierten „Wanderarbeitern“ macht, die jederzeit überall verfügbar und einsetzbar sind. Wer sich diesem Nazi-Wahn widersetzt – wird einfach Nazi genannt und ist ´raus. So einfach ist das.

Wo sollen also die Revolutionäre herkommen – die aus Liebe zu den Armen, den Einfachen, den Geknechteten ihr Leben geben, um ihren Kriegshäuptlingen, ihrem Ché oder Fidel den Sieg zu ermöglichen?

Ich merke: es wird immer leiser in dem Saal der Revolutionsbegeisterten … viele verlassen schon frühzeitig den Raum.

Darf ich Ihnen, die geblieben sind, noch mal ein Beispiel für die Gesellschaft geben, in der wir leben? Jener Gesellschaft, die sich so fürchterlich sozial für die Aufnahme von Flüchtlingen engagiert hat und alle kritischen Stimmen als „Nazis“ verunglimpfte? Hat nur ein Jahr gedauert – dann haben sie ihre Masken ganz offiziell fallen gelassen (siehe Spiegel):

„Aufregung um eine Publikation der Bundespressekonferenz: In einem „Almanach“ veröffentlicht die Journalisten-Vereinigung einen satirisch gemeinten Beitrag mit dem Titel „Schwimmkurs für Flüchtlinge“.“

Ja – schauen Sie sich das ruhig mal im Detail an:

„Dann folgen verschiedene „Kursangebote“, darunter „Baby-Flüchtlingsschwimmen“ („dient der motorischen, geistigen und sozialen Entwicklung des Flüchtlingskindes“) und „Einzelunterricht für erwachsene Flüchtlinge („Es ist nie zu spät, das richtige Schwimmen und die richtigen Techniken zu lernen, die ihren Fluchtstil optimieren“).“

Alter Nazi-Witz: „Wie kommt ein Jude aus dem KZ? Durch den Schornstein!“ Merken Sie, wie ähnlich der Grad der Verrohung bei unserem Führungspersonal schon ist? Weder AfD noch Pegida sind so weit gegangen – aber auf dem Bundespresseball ist das Realität, ohne dass einer „Nazi“ schreit. Ich hoffe für die zu uns geflüchteten Menschen sehr, dass sie schnell den erwarteten Profit einfahren … sonst sehe ich schwarz für sie.

Sie sollten – wenn Sie immer noch von sozialer Revolution träumen – aber auch wissen, wer wirklich ihr Gegner sein wird:

„Der amerikanische Journalist Arthur Rowse behauptete in seinem Artikel über Gladio, dass „eine geheime Klausel im ersten Nato-Übereinkommen von 1949 forderte, dass ein Land, bevor es dem Bündnis beitreten konnte, schon eine nationale Sicherheitsbehörde eingerichtet haben musste, um Kommunisten durch geheime zivile Kader zu bekämpfen.“ (aus: Ganser, Nato-Geheimarmeen in Europa, Orell Füssli Verlag, 7. Auflage 2014, Seite 64)

Lesen Sie an der Stelle weiter, hören sie von Geheimabkommen der BRD zum speziellen Schutz von Rechtsradikalen in Deutschland aus dem Jahre 1955 – und die Ungereimtheiten über die NSU-Morde werden auf einmal überraschend plausibel: die alten Freikorps, die die Novemberrevolution niederschossen, sind immer noch eine besonders geschützte Art.

Dieses … nennen wir es mal: Bündnis zur Verhinderung jeglicher sozialer Reformen … ging angeblich sogar der Natogründung voraus. Jetzt können Sie auch verstehen, warum wir wählen können, was wir wollen, aber nichts ändern werden: die Nato selbst garantiert das Bestehen der sozialen Ungleichheit so wie die römischen Legionen den Erhalt des römischen Sklavenhalterstaates garantierten … sie und die lieblosen Idioten, die sich in den Gladiatorenarenen an dem Leid der anderen ergötzten – am Kampf jeder gegen jeden.

Revolution in Deutschand 2018?

War nur ein Scherz.

Kann man denn da gar nichts tun?

Nun – was für eine blöde Frage. Sehr viel sogar. Lesen Sie den hier geschriebenen Text noch mal – und Sie haben die Antwort auf Ihre Frage. Mehrere sogar. Und diese Antworten werde ich Ihnen auch nicht vorkauen … diese Leistung selbst zu erbringen, ist der erste Schritt zur nächsten Revolution –  und Ihr erster persönlicher Beitrag dazu.

Andrew Connors

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