Die Familienpolitik zerstört systematisch die Familien

Die marktkonforme Demokratie benötigt Untertanen, die mit sich selber beschäftigt sind und am besten nicht mal wählen gehen. Aufgeklärte und mündige Bürger sind da das Gegenteil. Also verhindert man die Bürgerlichkeit des Bürgers, indem man an seine Wurzel geht. Die Keimzelle des Bürgertums ist von jeher die Familie. Zerstört man die familiäre Ordnung, verhindert man mündiges Bürgertum.

Und richtig, seit 1977 werden die Familienstrukturen in der Bundesrepublik systematisch zerstört. Der 1. Punkt hierbei war die sog. Reformierung des Scheidungsrechtes. Durch die Umstellung der Scheidungsmöglichkeiten vom Schuldprinzip auf das sog. Zerrüttungsprinzip wurde die Scheidung derart vereinfacht, dass Scheidungen heute ein alltägliches Phänomen, nicht mehr die Ausnahme ist. Leidtragende hierbei sind in erster Linie die Kinder, welche zumeist vom Vater getrennt aufwachsen müssen. Außerdem werden die Mütter zunehmend gezwungen arbeiten zu gehen und damit die Kinderpflege zu vernachlässigen. Die Ehe und damit die Basis der Familie wird beliebig, die Gefahr für eine Mutter zur alleinerziehenden zu werden ausgesprochen real. Zwar gibt es auch alleinerziehende Väter, doch ist die Anzahl vernachlässigbar, die Probleme für die Kinder sind jedoch identisch. Diese einfache Maßnahme ist die Grundlage der Umformung vom mündigen Bürger zum beschäftigten Untertanen. Die sozialen Bindungen der Menschen untereinander werden in der Keimzelle beschädigt.
1977: Eheschließungen 358.487, Scheidungen 74.719, Quote 17,2 %
2011: Eheschließungen 377.816, Scheidungen 187.640, Quote 49,7 %

Dazu auch: http://www.theologische-links.de/downloads/tabellen/scheidungen_eheschliessungen.html am 04.09.2017
Es besteht auch keinerlei Bereitschaft mehr, Kinder zu erziehen. Man muss sich aber fragen, warum das so ist. Kinder sollten in die Familie geboren werden, dann gab es Regeln, die Kinder hätten beschützt und geborgen aufwachsen sollen und so zu mündigen Bürgern werden. Die marktkonforme Demokratie braucht Untertanen, keine Bürger. Und an genau dieser Stelle setzte man den Hebel an. Das erste Zeichen waren die Kinderläden in den 1970er Jahren, die antiautoritäre Erziehung wurde propagiert. Das Ziel war ein sehr schönes, man wollte mündige statt obrigkeitshöriger Bürger heranziehen. Doch die Kinder durften ihre Eltern oft nicht mehr Mama und Papa nennen, sondern sprachen die Eltern mit Vornamen an. Die Eltern übertrugen die Erziehungsaufgaben den Kindern, die Antiautoritär erzogenen sollten sich selber erziehen.

Diese Generation der antiautoritär Erzogenen Kinder stellt heute die Elternschaft der jetzigen Kinder. Junge Leute, die oft sich selber überlassen waren, denen niemand gezeigt hat, wie man Kinder erzieht und Familien erhält. Denn das darf man auch nicht vergessen, die jetzigen Eltern sind die Kinder derer, die das Motto hatten „wer zweimal mit der selben pennt, gehört schon zum Establishment“. Junge Leute, deren eigene Eltern beliebig waren, Gaby und Klaus statt Mama und Papa. Die Ideologie der antiautoritären Erziehung ist in die Gesetzgebung eingeflossen, denn die derzeitigen Machthaber sind jene, die die antiautoritäre Erziehung großflächig eingeführt haben, die Generation der 68er. Heutige Eltern können ihre Kinder nicht mehr erziehen.

 

Offensichtlich fällt dieses Land immer von einem Extrem ins andere. Gab es in den 1950er und 60er Jahren noch regelrechte Prügelorgien durch die Eltern und Lehrer an den Kindern, so verprügeln die Kinder heute sich gegenseitig oder die Lehrer.
Die Buchläden quellen über von Ratgebern „wie ich eine bessere Mutti werde“, auf RTL läuft „Die Super-Nanny“, wo anders „die strengsten Eltern der Welt“, denn eins steht fest, Kinder können sich nur dann gut und gesund entwickeln, wenn sie erzogen werden. Ob die stille Treppe der Nanny oder Nacktschnecken essen bei den anderen probate Mittel sind, sei aber dahin gestellt. Erziehung muss vom Tage der Geburt bis zur Gründung der eigenen Familie und darüber hinaus erfolgen. Erziehung bedeutet, dass Kinder in ihrem Umfeld geschützt aufwachsen und die Welt erkunden können, dass die Kinder lernen können. Sie müssen dabei ihre Grenzen Stück für Stück erkunden und erweitern können. Die Grenzen müssen durch die Eltern, Großeltern und das weitere Umfeld gesetzt werden. Die Erweiterung der Grenzen erfolgt natürlicherweise immer dann, wenn das Kind eine neue Erkenntnisswelt für sich selber erschlossen hat, es also auf dem neu erkundeten Gebiet „vernünftig“ geworden ist. So lange ein Kind auf einem speziellem Gebiet noch nicht vernünftig ist, muss die Vernunft von außen in Form von Ver- und/oder Geboten durch das Umfeld erfolgen, also müssen dem Kind Grenzen gesetzt werden. Nur so – und nur so – können Kinder geschützt lernen. So kann ein Kind mit 15 Monaten nicht erkennen, was am anderen Ende eines Stromkabels ist. Für das Kind hängt dort nur eine Schnur, und irgendwas wird schon passieren, wenn man dran zieht. Die natürliche Neugier wird das Kind dazu bringen, an dieser Schnur zu ziehen, im Extremfall befindet sich aber am anderen Ende eine Fritteuse mit heißem Fett. Zieht das kleine Kind an dieser Schnur kann man sich die Folgen leicht vorstellen. Ein Verbot der Mutter schützt das Kind vor diesen Folgen. Kinder müssen erkennen können, wenn sie die Grenzen verletzen. Dies geschieht natürlicher Weise durch Erziehung, in dem Fall durch Strafe. Die Strafe kann natürlich erfolgen, z.B. durch das Erkennen durch „heiß“ als Schmerz. Fasst ein Kind aus Neugier an eine heiße Herdplatte, wird es sich verbrennen. Die Erkenntnis des Kindes lautet dann, heiß = tut weh. Kein Kind der Welt wird freiwillig ein zweites Mal auf eine heiße Herdplatte fassen, weil „heiß“ Schmerz bedeutet. Dieses natürliche Prinzip hat über viele tausend Jahre funktioniert, Kinder haben eine Grenze überschritten und bekamen eine Strafe. Eltern haben alle Kinder immer genau so erzogen. Natürlich haben Eltern niemals nur gestraft, sondern auch gelobt und ermutigt. Das gelobte und ermutigte Kind konnte und sollte seine Neugier und seinen Bewegungsdrang in der Familie ausleben, es durfte Löcher in den Bauch fragen, es sollte malen und spielen, es sollte sich bewegen. Dies haben Kinder als Geborgenheit, Liebe, Schutz und Erziehung erlebt. Eltern hatten die Erziehungsgewalt.
Heute haben Eltern eine gesetzliche Fürsorgepflicht und müssen ihre Erziehung mit den Kindern absprechen. In den Schulen ist die Entwicklung analog.

Dazu auch: Karl Albrecht Schachtschneider Aufsatz Recht und Familie, S. 1 – 3, S. 15, und S. 30 – 34 als PDF download unter http://www.kaschachtschneider.de/de/downloads.html am 04.09.2017 und in W. Lachmann / R. Haupt / K. Farmer (Hrsg.), Familienpolitik. Biblisch-christliches Familienbild und kulturelle Globalisierung, Marktwirtschaft und Ethik, Bd. 13, 2009

Der Mangel an Erziehung und familiärer Liebe und Geborgenheit wird kompensiert und mindestens teilweise als Krankheit diagnostiziert. Die Kompensation erfolgt zu einem nicht unerheblichen Teil über Medikamente. So gab es 1990 z.B. noch 1.200 Kinder, die Ritalin erhalten haben, 1999 waren es bereits 41.000. Normale und gesunde Kinder haben einen Bewegungsdrang, sind neugierig und stellen permanent Fragen. So lange eine gesunde Familienstruktur diesen Kindern die Bewegungsfreiheit und die Befriedigung der Neugier ermöglicht haben, war dies kein Problem. Da gab es Kinder, die waren eben wilder und andere, die waren stiller. Der Mangel an Erziehung, Platz und Strafen macht es jedoch unmöglich, diesen Kindern einen geschützten Raum für diesen Individualismus zur Verfügung zu Stellen. Die Kinder werden ruhig gestellt, u.a. mit Medikamenten, statt erzogen. Die liebevolle Erziehung vermag zu bewirken, dass Kinder ihren Bewegungsdrang im Sportverein o.ä. ausleben können, Medikamente, Fernsehen und Spielekonsole schaffen bequeme Kinder, um die man sich nicht weiter kümmern muss. Der Irrsinn wird von den Krankenkassen bezahlt.

Dazu auch: http://www.dhu.de/seiten/gesundheit/kinder/ads.htm am 04.09.2017

Den Familien werden die Existenzgrundlagen genommen. Um dies zu verschleiern gibt es allerhand Staatsgelder, angefangen beim Kindergeld oder die wieder abgeschaffte „Herdprämie“. Allerdings sind nicht alle Kinder dem Staat gleich viel wert, das Kindergeld wird in den armen Familien auf das Einkommen bzw. die Leistungen nach Hartz IV angerechnet, reiche Familien erhalten statt Kindergeld einen Steuerfreibetrag, diese Steuerersparnis ist dann wesentlich höher als das Kindergeld.

Die Reallöhne der Arbeitnehmer sind seit 1992 im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) praktisch eingebrochen, dafür sind die Abgaben, die auch Familien in voller Höhe belasten, von etwas über 40 % auf nahe 50 % im Jahre 2008 gestiegen. Von 1991 bis 2000 stieg das BIP um durchschnittlich 1,7 %, von 2000 bis 2008 um 1,2 %. Die Nettolöhne stiegen von 1991 bis 2000 jedoch nur um 0,9 %, von 2000 bis 2008 um 0,0 %. Dazu kommt, dass die indirekten Steuern, also die Verbrauchssteuern, gestiegen sind. Der Regelsatz der Mehrwertsteuer wurde stufenweise von 14 % im Jahr 1990 auf 19 % im Jahr 2007 angehoben. Diese Steuer wird auch auf Kinderartikel wie Windeln oder Schnuller fällig.

Im gleichen Zeitraum wurden die Systeme zur Absicherung der Familien dramatisch reduziert. Statt 18 Monate Arbeitslosengeld und ggfs. Arbeitslosenhilfe, Krankengeld o.ä. gibt es heute nach 12 Monaten das ALG II, auch Hartz IV genannt. Der Absturz aus der Mittelschicht in die Unterschicht für Familien ist vorprogrammiert, wenn nur ein durchschnittliches Haushaltseinkommen zur Verfügung steht und dieses durch Arbeitslosigkeit wegfällt.

Dazu wurde der Arbeitsmarkt dereguliert, Leiharbeit, Kettenbefristungen, usw. sind heute gerade für jüngere Menschen eher die Regel denn die Ausnahme. In der BRD gibt es derzeit mehr als 3 Millionen Arbeitslose oder Unterbeschäftige, plus 732.000 in ALG III-Bezug, 7,4 Millionen sind geringfügig entlohnt, 8,4 % aller Beschäftigen haben nur einen befristeten Vertrag (ca. 2,8 Millionen.

Dazu auch: Wochenbericht des DIW Nr. 33 / 2009, S. 550 – 560, http://www.die-mehrwertsteuer.de/de/umsatzsteuer-deutschland.html am 04.09.2017, Statistik der Arbeitsagentur, abrufbar als PDF-Datei unter http://statistik.arbeitsagentur.de/ am 04.09.2017, https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Indikatoren/QualitaetArbeit/Dimension4/4_2_BefristetBeschaeftigte.html, abgerufen am 04.09.2017

Es ist unmöglich von Menschen zu verlangen dass sie heiraten und Kinder bekommen, also eine Familie gründen, wenn sie ihre eigene Existenzgrundlage nicht sichern können.
Die sog. Flexibilisierung u.a. des Arbeitsmarktes führt zu einem Lebenszeitdiebstahl. Für eine normale und gesunde Frau existiert ein biologisch vorgegebenes Fenster, in welchem sie Kinder bekommen und damit Mutter werden kann. In aller Regel kann eine Frau zwischen dem 15. und 45. Lebensjahr gebären, wobei die Wahrscheinlichkeit dass eine Frau keine Kinder mehr bekommen kann um das 20. Lebensjahr herum bei 3 % liegt, um das 30. Lebensjahr schon bei 8 %. Danach nimmt die Empfängnisfähigkeit der Frau im weiteren Verlauf exponentiell weiter ab. Völlig gegenläufig entwickelt sich das Alter der Erstgebärenden, von ca. 24 um das Jahr 1970 bis zu 29 im Jahr 1999.
Die Gründe sind schnell benannt: Einschulung eines Mädchens mit 6, Abitur mit 18, Studium fertig mit 22, dann müssen noch Partner, Wohnung und Job gesucht werden. Selbst, wenn eine Frau nicht studiert, macht sie eine Ausbildung, fertig ist sie praktisch nie vor ihrem 21. Lebensjahr. 1970 betrug Schulpflichtzeit noch 9 Jahre und es gab viele Ausbildungen die nur 2 Jahre dauerten, bei mittlerer Ausbildung, z.B. als Sekretärin, war sie mit 19 fertig mit der Ausbildung. Die Entwicklung bei den Männern war ähnlich, 1970 war es üblich, dass ein Handwerker-Geselle mit 25 Jahren schon 5 Jahre Berufserfahrung hatte und somit über ein Einkommen verfügen konnte, welches eine Familie tragfähig ernähren konnte.

Durch die Verkettung von Zeitarbeitsverträgen, Leiharbeit u.ä. wird den jungen Leuten, die ja nur die Kinder bekommen können, die Perspektive auf eine gesicherte Zukunft genommen. Ohne diese Perspektive trauen sich Menschen das Elternwerden aber nicht mehr zu. Die Wirtschaft verlangt höhere Bildungsabschlüsse, was zu deutlich längeren Ausbildungszeiten führt, der Einstieg in eine Festanstellung mit tragfähigem Einkommen bleibt jedoch verwehrt. Ein weiteres Problem ist, dass viele junge Leute ihre Heimat verlassen müssen um einen Ausbildungs- bzw. einen Arbeitsplatz annehmen zu können. Von jungen Menschen wird verlangt, dass sie sich flexibel zu zeigen haben und aus ihren Dörfern oder Heimatstädten in die großen Ballungszentren zu gehen haben. ALG II zeigt sich hier als ausgesprochen wirkungsvoll, wer nicht spurt, muss mit Einstellung aller Leistungen rechnen. Die Partnerschaften von jungen Menschen überleben diese Zerteilung meist nicht, ohne gegengeschlechtlichen Partner kann man aber keine Kinder zeugen, da nutzt auch die Ehe für alle nichts.

Dazu auch: http://www.babycenter.de/preconception/vorbereitung/auswirkung_alter/ am 04.09.2017

Wer Kinder bekommt, büßt es wirtschaftlich gesehen ein Leben lang. Die finanziellen Einbußen lassen sich nicht einmal schätzen, hier ein paar Denkansätze:

  • Um ein Kind zu bekommen, muss eine Frau zumindest teilweise auf den Beruf und damit auf das Einkommen verzichten
  • Weil eine Frau zumindest teilweise nicht Vollzeit arbeiten kann wenn sie Mutter wird, bekommt sie von vornherein weniger Lohn
  • Die Familie hat also nur ein volles Einkommen, dafür aber höhere Ausgaben, da der Wohnraumbedarf etc. steigt
  • große Wohnungen sind teuer, in Städten für Familien kaum zu bezahlen, als Folge ziehen Familien in die Randgebiete.
  • das Geld, das die Familie nicht hat, durch das fehlende Einkommen und die höheren Ausgaben, kann nicht zur Vermögensbildung eingesetzt werden. Es ist ja nicht da.
  • Die fehlenden Vollzeit-Erwerbsjahre der Frauen führen zu geringeren Renten im Alter. Dies kann nicht ausgeglichen werden, da eine Vermögensbildung nicht stattfinden konnte.

Selbst weitere Überlegungen können nur zu dem Schluss führen, dass Familien nicht mehr gewünscht sind. Fassen wir also zusammen:
Die Menschen sollen keine festen Partnerschaften mehr eingehen und damit keine Familien mehr gründen. Familie war immer Ort der Bürgerlichkeit, die Familie die Keimzelle der Gesellschaft. Ort der Zustimmung zum jeweiligen System und Ursprung der Ablehnung desselben, Ort der Opposition, Keimzelle des Zusammenhaltes der Menschen untereinander. Wer Kinder bekommt, verhält sich wirtschaftlich gesehen unvernünftig. Wer trotzdem Kinder bekommt, kann diese nicht angemessen erziehen. Familie wird neu definiert und besteht eben nicht mehr aus Eltern und Kind/ern, sondern Familie sei nur noch da, wo auch Kind/er wären. Damit werden die Kinder von den Eltern abgetrennt, den Kindern wird die Basis genommen.

 

Nutzen tut es nur den Machthabern, sie bekommen fabelhafte Untertanen, oft genug auf Drogen. Und während die Familien zerbrechen und ganze Rosenkriege ausgetragen werden, merken die Menschen nicht, was gerade passiert und wie man sie entwurzelt.

*Dieser Beitrag wurde inspiriert von: https://goo.gl/images/2zJRWX

Andrew Connors

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